Im Musikverein

Der MV Oberlaa im Musikverein

 

Der 15. März 2008 wird dem MV Oberlaa noch lange in Erinnerung bleiben. An diesem Samstag konnten wir uns selbst vom „goldenen Klang im Goldenen Saal“ des Wiener Musikvereins überzeugen. Grund dafür war ein gemeinsamer Konzertabend mit dem Orchester der Tokai Universität Sugao High School aus Japan, zu dem der Musikverein Oberlaa schon seit Jahren eine intensive Partnerschaft pflegt.

Schon beim Eintreffen, wenn man das traditionsreiche Haus ausnahmsweise einmal über den Künstlereingang betreten darf, nimmt einen die Geschichte und die besondere Atmosphäre gefangen. Bei der Anspielprobe konnten wir uns dann selbst davon überzeugen, dass Hans Weigel nicht übertrieben hat, als er anlässlich des 100. Geburtstags des Hauses schrieb: "Wenn es nach dem Großen Musikvereinssaal ginge, hätte man das Mikrofon nicht zu erfinden brauchen." Die Transparenz des Orchesterklanges, die Wärme jedes einzelnen Tones sind schlicht beeindruckend und ließen uns hautnah spüren, warum der berühmte Wiener Klang gerade in diesem Saal so zur Geltung kommt.

Mehr…

In einem bis zum letzten Platz von Angehörigen und Freunden gefüllten Saal, bestritten unsere Freunde aus Japan den ersten Teil des Konzertes. Die Präzision im Zusammenspiel sowie das technische Niveau der einzelnen Musikerinnen und Musiker beeindrucken uns immer wieder aufs Neue. Neben Wienerischem, wie beispielsweise der für Blasorchester äußerst anspruchsvollen Fledermaus Ouvertüre, wurde mit viel Elan und Spielfreude ein buntes und abwechslungsreiches Programm dargeboten, welches den Musikern und Zuhörern sichtlich Freude bereitete.

Der erste Teil des Konzertabends wurde vom Wiener Horn Ensemble beendet  und zeigte uns einmal mehr, zu welch einzigartiger Klangschönheit dieses Instrument fähig ist.

Nach der Pause bespielten wir den Goldenen Saal des Musikvereines - die allermeisten von uns das erste Mal in ihrem Leben. Wo einst Herbert von Karajan oder Leonard Bernstein dirigierten, gab nun unser Kapellmeister Thomas Stadlmann den Takt an. Unserem Eröffnungsstück „Des Riesen Nixe“ vom österreichischen Komponisten Fritz Neuböck jun., einer farbenreichen und leuchtenden Programmmusik über ein Märchen des am Traunstein lebenden Riesen Erla, folgte ein Medley aus Klassikern von George Gershwin, welches uns in zeitlosen Melodien wie „Summertime“, „I got Rhythm“ oder „Oh Lady be good“ schwelgen und den Saal mit Swing und Blues erfüllen ließ. Mit dem beliebten Florentiner Marsch von Julius Fucik beendeten wir unser Programm unter tosendem Applaus. 

Nochmals erklommen die Musiker des Sugao Orchesters die Bühne und präsentierten den zweiten Teil ihres fulminanten Programms unter der Leitung ihres Dirigenten Sadao Kajima.
 Richard Rogers Walzer „My Favorite Things”, aus dem Musical „The Sound of Music” erinnerte uns an die legendären Interpretationen dieses Stückes von John Coltrane und das Trompetensolo des Dirigenten Sadao Kajima im Klassiker „What a Wonderful World” weckte Erinnerungen an den großen Louis „Satchmo“ Armstrong.
Den Abschluss des Abends bildete - ganz traditionell - eine japanisch-österreichische Version des Radetzkymarsches, dirigiert von beiden Kapellmeistern.

"Es war für mich eine unvergessliche Erfahrung, als ich hier ... das erste Mal dirigierte.“  Dieser Satz  stammt zwar ursprünglich von Bruno Walter nach seinem ersten Konzert im Goldenen Saal, die beiden Dirigenten/Kapellmeister werden  sich dieser Aussage aber sicher nur zu gerne anschließen. 

(giS)

Weniger…